Wie Humor uns rettet und warum Lachen besser wirkt als Schokolade.
- 9. Feb.
- 7 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 17. März

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Hochverehrte Weiber-Leserschaft,
wollte diese grauen Wolken etwas zur Seite schieben. Wieder mehr Leichtigkeit in unseren Alltag bringen. Ohne mir ständig Schokolade als Rettungsanker reinziehen zu müssen.
Und so überlegte ich...
Welche einfachen Prozesse meinen Endorphinspiegel zuverlässig und ohne schlechtes Gewissen anheben?
Na?
Klar.
Lachen natürlich!
Humor ist ein Prozess den übrigens jeder lernen kann.
Also stürzte ich mich in den Sessel und durchstöberte das Internet nach sogenannten Humorexperten.
Gütig spuckte mir der Algorithmus prompt eine Humorexpertin aus: Eva Ullmann.
Tagelang schaute ich diverse Videos von ihr und weiteren Humortrainern an.
Habe mich in Studien eingelesen und dieses Wissen nach meinen Wahrnehmungen umgesetzt.
Meine Reise ins Humorland
Ich nehme euch mit auf meine Reise, wie ich lernte, wieder bewusster Humor in den Alltag zu integrieren. Und wie sich die Leichtigkeit wieder bemerkbar machte.
Humor hat auch in unserer Familie etwas verändert. Besonders wenn der Alltag wieder mal etwas schwerfällt, die Nerven dünn sind oder der Tag einfach… naja, ein Tag war.
Der Abend gehört bei uns nicht dem Perfektionismus an, aber was mit einer kleinen Reflexion begann, ist inzwischen zu einem festen Ritual geworden. Eine Reflexion, die uns jeden Abend zum Schmunzeln einlädt und uns zurück in die Leichtigkeit zaubert.
Die Kinder sind darin erstaunlich gut.
Sie erzählen von Stolperern und Missverständnissen, deuten ihre Missgeschicke neu und lachen herzlich über sich selbst…Einfach Befreiend.
Mein Mann bringt Humor eher sarkastisch ein.
Trocken, unaufgeregt, aber treffsicher. Die Kinder kontern spontan, ehrlich und gnadenlos.
Ich dagegen übertreibe mit Deutungen hemmungslos.
Genau diese Mischung hat uns wieder mehr Leichtigkeit geschenkt.
Was Humor für uns bedeutet
Humor bedeutet für uns nicht, alles schönzureden oder Trauriges zu übertönen.
Es bedeutet, uns selbst nicht zusätzlich zu bestrafen, wenn der Alltag es ohnehin schon tut.
Wie oft habe ich mich über eigene Missgeschicke geärgert…mich aufs Niveau von Tollpatschigkeit herabgelassen...
Weder meine Wahrnehmung, noch meine destruktive Stimmung habe ich vorher so leicht verschwinden lassen können.
Nach meiner Depression lernte ich bereits, Gedanken bewusster zu steuern, den Alltag Schritt für Schritt positiver zu gestalten. Das auch half, sehr sogar.
Aber Humor war ein neues Upgrade.
Quasi eine kleine Weiterbildung: Zur Wiederherstellung der Ausstrahlung.
Ja, durchaus, so kann man es nennen.
Nicht jeder Tag muss lustig sein.
Nicht jede Situation braucht einen Witz.
Traurige Tage dürfen traurig sein.
Schwere Momente müssen nicht sofort „belustigt“ werden.
Es ist gut, Humor im Hinterkopf zu behalten.
Als Möglichkeit.
Als Perspektive.
Als kleine Taschenlampe, wenn es dunkel wird.
Humorretterin im Einsatz
Die Übungen, welche ich euch hier vorstelle, stammen hauptsächlich von Eva Ullmann. Eine echte Expertin, wenn es um Humor im Alltag und Berufsleben geht. Sie ist Autorin, gefragte Rednerin und seit vielen Jahren im Bereich Humortraining aktiv. Mit Leidenschaft und Erfahrung unterstützt sie unterschiedliche Berufsgruppen dabei, mehr Leichtigkeit, Kreativität und Gelassenheit in ihre Arbeit zu bringen.
Im Jahr 2005 hat sie in Leipzig ihr eigenes Humorinstitut gegründet. Also einen Ort erschaffen, an dem Lachen, Lernen und persönliche Entwicklung Hand in Hand gehen. Sie zeigt den Menschen, wie Humor die Stimmung heben kann und stärkt bewusst Teamgeist und Selbstvertrauen.
Das Beste daran, was für Unternehmen und Führungskräfte funktioniert, kann ebenso auch uns im Chaos des Alltags helfen.
Humor tut einfach jedem gut, ob im Job, in der Schule oder im Privatleben.
Und was soll ich sagen? Wenn ihr das überlebt, könnt ihr euch offiziell Superheld nennen!
Weiter unten habe ich dir eine Datei angehängt, welche du gerne ausdrucken kannst. Diese Datei beinhaltet eine 7-Tägige Humortrainingsanleitung mit Platz zum Schreiben. Es soll dir Erleichterung schaffen, die Theorie leichter in die Praxis umzusetzen.
So nun genug, hier kommt die Praxis:
1.Augen weit auf (Beobachten)

-Finde Dinge, die nicht zusammenpassen.
-Suche Widersprüche
Zum Beispiel:
-Diät-Cola zum Doppelburger
-eine Reklame beim Zahnarzt: „Sie müssen nicht alle Zähne putzen, nur die, die sie behalten wollen“
-Ein Skifahrer mit kurzer Hose
-Jogger mit Zigarette
Gezielt Ausschau nach solchen Beispielen halten.
Meine Klassiker:
- Wecker gestellt und ihn dann hassen.
-Schreiben in WhatsApp. Autokorrektur, die alles falsch korrigiert.
-Auf einem LKW stand „Mädels, aufgepasst! Meiner ist 20 Meter lang“
-Früh schlafen wollen, aber dann doch noch einen Film schauen.
Am Abend folgte die Reflexion. Gedanken über den Tag machen. Austausch mit Familie, Freunden über humorvolle Widersprüche welche uns begegnet sind.
Bereits die bewusste Wahrnehmung veränderte meine Stimmung positiv.
2.Übertreibungen in Deutung

Der Unterschied liegt in der Geschichte, die wir bewusst umschreiben.
-Dramen bewusst überziehen
-Missgeschicke aufwerten/abwerten
Beispiele:
-Du stolperst die Treppe runter/hoch
„Die Treppe verwandelte sich wohl schneller zur Rutschpartie als geplant.“
„Immerhin erinnerte der Schmerz daran, dass ich noch Fühlen kann“.
-Hast dein Handy/Geldbörse/Sonnenbrille zuhause vergessen (Passiert mir ständig)
„Gut, dass ich noch nicht meine Zähne ablegen kann“.
-Wichtige E-Mail/App/Dokument Ausversehen gelöscht, ja eigentlich ärgerlich, aber…
„Jetzt erst mal Lippenstift auftragen, um wieder mehr Leidenschaft und Farbe in einen Hauch von nichts zu schmieren“.
-Man vergisst dauernd den Namen einer Arbeitskollegin…
„Entschuldige bitte, ich vergesse oft die schönsten Dinge, deswegen fällt mir dein Name gerade nicht ein, wie war er nochmal?“
Sie/Er nennt den Namen ,,…..“. „So schön. Wusste ich doch“
Wie einfach man Unannehmlichkeiten und Missgeschicke in eine andere Geschichte verpacken kann und dies die Stimmung direkt verändert. I Love it.
Je mehr wir uns mit den Umdeutungen und Wahrnehmungen auseinandersetzen, desto automatisierte läuft es von der Zunge.
Am Abend folgt wieder die Reflexion. Gedanken über den Tag machen. Austausch mit Familie, Freunden.
Weitere Umdeutungen:
-Ob über meine Person, meine Herkunft
"Ich bin Ossi, wir haben gelernt, aus wenig viel zu machen."
"Wer Jahrelang auf Bananen warten konnte, bringt heute jedes Projekt zu Ende"
-ein Thema worüber du berichten möchtest (Arbeit,Familie,Hobby,…)
"Im Büro bin ich Profi im Improvisieren. Wenn Technik streikt, Termine brennen und der Kaffee kalt ist, läuft mein Kopf erst richtig warm."
Mann animieren beim Schützenverein mit zu schnuppern
„Ich dachte, wir gucken mal, wie gut wir treffen können und ob du mal präzise sein kannst.“
-deine Zielgruppe, mit wem spreche ich (Berufliche Gruppen, Frauen, Männer, Kinder)
"Lehrer retten täglich kleine Welten, bewaffnet mit Kreide, roten Stift und viel Geduld.“
-Ort an dem ich mich befinde. Z.B.: Bei Oma in der Stube/Wohnzimmer
„Hier sitze ich, wo das WLAN schwach, die Geschichten stark und die Kekse gefährlich lecker sind.“
Infografik-Humor

Mut zur Irritation. Kleine Humorspritze im Alltag.
Selbstfreundlichkeit mit Perspektivwechsel. Ein Aha Effekt mit Absicht.
weitere Beispiele u.a. von Eva Ullmann:
-Du drückst im Aufzug das falsche Stockwerk „Ich wollte kurz prüfen, ob ich dort auch nicht hingehöre.“
-Man steht zusammen im Fahrstuhl, der eine fragt, „möchten Sie auch nach oben fahren?“ Dann antwortet der andere „Och ne, wollte eigentlich lieber zur Seite fahren“
-Morgens vor dem Spiegel: „Guten Morgen, ich kenn dich zwar nicht, aber wasch dich trotzdem“.
-Freundin lässt das Glas fallen „Mensch, du kannst aber gut loslassen, dafür brauch ich mindestens 2x die Woche Yoga Unterricht“

Warum
Lachen
mehr
ist
als
Schokolade
Forschungen und Studien belegen:
Lachen…
...macht Glücklich.
...senkt Stresshormone wie Cortisol.
...erhöht Serotonin und Endorphine.
...stärkt das Immunsystem.
...trainiert Herz und Kreislauf.
...lindert Schmerzen.
Aus der modernen Forschung wissen wir das Lachen Glücklich macht. Denn Lachen bremst die Produktion von Stresshormonen wie Cortisol und gleichzeitig schüttet unser Körper das Wohlfühlhormon Serotonin verstärkt aus, wie auch das Glückshormon Endorphin steigt an.
Mehr Sinn für Humor und Optimismus sind also nicht nur für den Geist, sondern auch für den Körper gut.
Besonders uns Erwachsenen tut Lachen gut, denn, wir Lachen pro Tag nicht nur deutlich seltener als Kinder, sondern verlernen das Fröhlichsein als Gesellschaft offenbar gesamt.
Vor 70 Jahren lachten Erwachsene pro Tag noch 18 Minuten lang, mittlerweile nur noch sechs Minuten! Ebenso belegt eine Studie der Oxford Universität, dass 15 Minuten Lachen die eigene Schmerzempfindlichkeit verringert.
20 Sekunden Lachen fordert den Körper genauso wie drei Minuten Joggen.
Wer lacht trainiert nicht nur Körper sondern auch sein Herz-Kreislaufsystem.
Ebenso steigt die körpereigenen Abwehrpolizei, sowohl T-Lymphozyten (die infizierte Zellen vernichten) als auch Gamma-Interferonen (die für die Produktion von körpereigenen Abwehrstoffen zuständig sind) wurden vermehrt bei Probanden nachgewiesen.
Weitere Inspirationen und Übungen:
Hier dein persönliches Humortraining zum ausdrucken
Humortagebuch führen:
Lustige Situationen notieren.
Auch peinliche.
Aus der Perspektive einer beobachtenden Person.
Humor wächst mit Wiederholung.
Sich mit Spaßvögeln umgeben:
Humor ist ansteckend.
Punkt.
Comedy bewusst konsumieren:
Filme, Serien, Podcasts, Bücher, alles, was deinen Humor trifft.
Humor ist kein Zwang, sondern ein Werkzeug
Ideen für Bücher:
Dr. Wolfgang Krüger empfiehlt: Albern sein wie ein Kind. Grimassen schneiden, auf einem Bein hüpfen, dem Spiegelbild die Zunge rausstrecken.
Jumi Vogler, Humor-Coachin: Genier Grenzen sprengen, am besten vor dem Spiegel.
Notfalls mit roter Clownsnase.
Tommy Jaud stellt sich dem täglichen »Man müsste mal«: Er kämpft um Paybackpunkte, Rückenmuskulatur, Spülmaschinen-Ästhetik und geistige Gesundheit.
und
»einen Scheiß müssen wir! Die Leute sterben nicht, weil sie zu wenig Licht bekommen. Sie sterben, weil sie zu wenig Spaß haben.«
Ariana Baborie und Laura Larsson schreiben von Tinderdates, die im Fetischclub enden, bis hin zu panischer Angst vor Duschkabinen. Die beiden Berlinerinnen scheuen keine Tabus. Mit einer ordentlichen Portion Humor und Selbstironie berichten sie von Katzenhass, Polizeiliebe und allem, was das Leben sonst noch zu bieten hat.
Ideen für Podcasts:
Ideen für Filme und Serien:
-Monsieur Blake zu Diensten
-The Fall Guy
-Little Miss Sunshine
-Friends
-How I Met Your Mother
-Ted Lasso (Humor + Herz)
Zum Schluss
Humor rettet nicht die Welt.
Aber manchmal rettet er einen Tag.
Oder einen Abend, oder einen Moment.
Also, Lach, wenn du kannst.
Weine, wenn du musst.
Und erinnere dich: Du darfst leicht sein, auch wenn das Leben mal schwer ist.
Falls du gelacht, geschmunzelt oder wenigstens kurz die Mundwinkel gezuckt hast:
Dann lass gerne einen Kommentar da.
Mit herzlich vorzüglichen Mundwinkelfältchen Grüßen,




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