30 Tage hormonelle Achterbahn der Gefühle. Tipps - Vorteile des weiblichen Zyklus nutzen.
- 4. März
- 7 Min. Lesezeit

Hochverehrte Weiber-Leserschaft,
unsere Tage sind gezählt, im wahrsten Sinne des Wortes.
Wie wir wissen werden Monat für Monat einfache Entscheidungen zu einem Drama umgeschrieben.
Wenn Fragen auftauchen, wie: „Was will ich essen?“ „Ja.“ „Was mein ich mit ja?“ „Alles!“ Man starrt minutenlang in den Kühlschrank hinein, als würde der Käse Antwort geben. Ein wandelnder Kontrast aus aufgebläht, beleidigt und gleichzeitig etwas stolz, dass man überhaupt noch funktioniert.
Das man diesen hormonellen Achterbahnritt wieder überlebt hat, macht einen ja doch ein wenig stolz.
Wir Frauen haben wahnsinnig viele Charaktereigenschaften in so kurzer Zeit hintereinander.
Von übellaunig ätzender Überforderung
bis hin zu
innerlich verbal zerfleischend brummige,
woraufhin die
couragiert, liebevoll, pfiffige und Hilfsbereite zum Vorschein kommt
und am Ende dann die
motivierend optimistisch eloquente Schönheit in Person wieder hervortritt.
Ja - und Das Monat für Monat. Total bescheuert. Je älter ich werde, desto schlimmer wird’s gefühlt. Auch nach Google-Recherchierens um drei Uhr nachts („kann man an PMS sterben?“) Nein, aber es fühlt sich manchmal so an - habe ich mir Erleichterung durch ein bisschen Wissenschaft, etwas Selbstmitleid und viel Humor angeeignet.
Es gibt etliche Hilfsmittel die unseren monatlichen Zyklus erleichtern können - nein, nicht die Vollmilchschokolade, diese half leider nur für einen winzigen Moment. Aber tatsächlich gibt es Vorteile des weiblichen Zyklus.
„Nutze deinen Zyklus bewusst, für all Deine Vorgehen“!
Gleich vorweg, ich bin weder Ärztin, noch Hormonflüsterin und auch keine Heilerin. Ich bin einfach nur eine Frau mit der Wärmeflasche in der einen Hand und eine Wallnusstüte in der anderen. Also quasi eine Überlebenskünstlerin im hormonellen Ausnahmezustand.
Jetzt gucken wir mal zu welcher Zeit wir das Beste herausholen können. Unsere Körper durchlaufen dabei verschiedene Phasen, jede mit ihren ganz eigenen Stärken.
Wer seinen Zyklus kennt, kann ihn clever nutzen.
Für Sport, Job, Beziehungen und für sich selbst.
Der weibliche Zyklus beginnt am 1. Tag der Regelblutung und endet am Tag vor der nächsten Periode, wobei er durchschnittlich 28 Tage dauert, jedoch 24 bis 38 Tage als normal gelten. Die Periode selbst dauert meist 4 bis 8 Tage. Der Eisprung findet ca. 14 Tage vor der nächsten Periode statt.
Die schlimmsten Phasen des Zyklus sind meist kurz vor und während der Menstruation, also eine Zeit, welche einer Mini-Apokalypse gleicht.
Beginnen wir mit der Menstruationsphase: 1. – 5. Tag
Viele fühlen sich jetzt noch müde, irgendwo zwischen „Lass mich einfach in Ruhe“ und „Ich hasse alles, besonders den Tag und die Sonne!“ Der Unterleib veranstaltet ein Krampfkonzert und die Schokolade wird zum besten Freund.
Kein Wunder, denn die Hormone, Östrogen und Progesteron sind auf ihrem niedrigsten Stand angekommen und der sinkende Serotoninspiegel wie auch die hormonelle Umstellung begünstigen unser Stimmungstief.
Was du jetzt tun und für dich nutzen kannst:
Leichte Bewegungen helfen, das lockert die Muskulatur, kurbelt Endorphine an und senkt das Stresshormon.
Sanfte Bewegung wie:
-Yoga (Kindhaltung, Kobra und Katze-Kuh, massieren Bauch sanft von innen),
-Pilates oder
-leichtes Ausdauertraining kann Krämpfe lindern und die Blutung anregen.
-Erlaube dir auch mal Ruhe, Kerze an, Tee kochen, Handy weg und vielleicht dein Lieblingspyjama anziehen.
-Spa Gute Nacht Ritual einführen.
-Erinnere dich: Das ist hormonell. Manchmal tut es auch gut, das Gemüse anzuschreien und sich danach selbst zu umarmen.
Aber vor allem, tracke deinen Zyklus! Nicht aus Kontrollwahn, sondern aus purem Selbstschutz.
Naht die Tornado-Phase, also die Periode, kannst du dich vorab darauf einstellen:
-keine großen Entscheidungen treffen,
-keine hitzigen Diskussionen eingehen,
-keine Online-Shopping-Orgien veranstalten
-Termine, wie zum Beispiel für ein Meeting bewusst in der Follikulären-Phase vereinbaren.
Wenn’s richtig schlimm ist:
-regelmäßig sehr starke Schmerzen hast (z. B. Ohnmacht, Erbrechen, kaum arbeitsfähig bist),
-extreme Stimmungsschwankungen oder depressive Phasen erlebst,
-oder das Gefühl hast, dein Zyklus kontrolliert dein Leben
dann ist das kein „Stell dich nicht so an“-Thema, sondern ein Anlass, ärztlich checken zu lassen (z. B. Endometriose, PMS/PMDS, hormonelle Dysbalancen).
Es gibt heute viele Behandlungsmöglichkeiten. Du musst nicht still leiden.
Die Blutung lässt langsam nach und der Nebel im Kopf lichtet sich. Man schreibt wieder ganze Sätze und wie aus dem nichts kommt sie zurück, die Energie.
Hoffnungsschimmer am hormonellen Horizont
Follikelphase Tag 6 -14 Energie im Aufbau
Jetzt geht’s bergauf. Eine Studie zeigt, dass in dieser Phase die Collagenbildung zu nimmt, heißt, unsere Hautstruktur wird ansehnlicher und dementsprechend fühlen wir uns selbstbewusster und können uns wieder im Spiegel betrachten ohne zu erschrecken.
Bis zum 14.Tag reifen Eierstockfollikel mit Eizellen heran, doch nur eine einzige Eizelle wird schließlich beim Eisprung freigesetzt. Jetzt steigt der Östrogenspiegel und mit ihm deine Stimmung.
Denn das Östrogen beeinflusst auch die Aktivität der Nervenzellen im Gehirn.
Ebenfalls steigt die Produktion des Serotonins (unser „Glückshormon“). Du fühlst dich positiver, klarer im Kopf und selbstbewusster.
Die Laune steigt und man fühle sich, als könne man einen Marathon laufen. Sogar fremde Menschen werden mit einem Lächeln beschenkt.
Das Glück kann kommen, ich bin bereit.
Mit Lippenstift und Abendkleid.
Vorteile nutzen. Also die beste Phase, deine Sportlichen Aktivitäten zu starten.
-Für Muskelaufbau
-Neue Projekte starten
-Dinge anpacken - die Energie nutzen
Jetzt ist die Zeit, deine Power auszunutzen.
Eisprung - sexy und unbesiegbar
Das Haar hat plötzlich Volumen, die Haut strahlt und man denkt: „Verdammt, ich könnte sogar Werbung für Waschmittel machen“. Quasi ein Schönheitsfilter fürs Leben. Man ist charmant und gleichzeitig elegant, jeder Witz sitzt und man tanzt, als wäre man im Rampenlicht auf der Bühne.
Rund um den Eisprung erreichen Östrogen, Testosteron, Serotonin und Dopamin ihren Höhepunkt. Heißt konkret:
Mehr Energie, mehr Ausstrahlung, mehr Risikobereitschaft und mehr Lust auf Nähe und Sexualität. Dein Körper signalisiert: „Beste Zeit für eine Schwangerschaft.“
Studien zeigen sogar: In dieser Phase werden Frauen häufig als besonders attraktiv wahrgenommen.
Also, wenn du Single bist, ist das die beste Zeit für Partnersuche. Wenn du in einer Partnerschaft bist, ist dies prima zur Auffrischung.
Sportlich kannst du nochmal richtig Gas geben.
Aber Achtung,
durch das hohe Östrogen werden Sehnen dehnbarer, die Gelenke etwas instabiler. Bei schnellen Richtungswechseln (z. B. Tennis) besteht daher ein erhöhtes Verletzungsrisiko.
Nutze diese Phase für alles wo du Eindruck hinterlassen willst.
-Vorstellungsgespräch
-Gehaltserhöhung
-Vorträge
- Dates oder Beziehungs-Upgrade
Kurz gesagt: Die perfekte Phase, um Eindruck zu schinden, mit klarem Kopf und starker Präsenz.
Prämenstruelle Phase, Energie lässt nach.
Nach dem Eisprung fällt der Östrogenspiegel, das Gelbkörperhormon Progesteron übernimmt. Viele merken jetzt: Die Stimmung kippt leichter.
Gereiztheit - Niedergeschlagenheit - Antriebslosigkeit - Schlafstörungen - Kopf- oder Rückenschmerzen - Gleichzeitig Anzeichen für PMS.
Ich weine, weil das Nutella leer ist und schreie die Spülmaschine an, weil sie so lange braucht. Man will produktiv sein, aber gleichzeitig schlafen. Der Mann atmet so laut, die Sonne ist zu hell und die Kinder schmatzen als ob sie ein Wettbewerb veranstalten wollen. Es ist kompliziert, ich bin kompliziert.
Studien zeigen, dass unser Gehirn in dieser Phase stärker auf Negatives fokussiert ist.
Tränen, Lachen, Wut, Heißhunger - alles innerhalb von 10 Minuten.
Was jetzt helfen kann:
-Salz, Zucker, Kaffee und Alkohol reduzieren
-Mineralstoff- und ballaststoffreiche Ernährung
(Viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukte Omega-3-Fettsäuren (Nüsse, Fisch))
-viel bewegen, wie die Laune es zulässt. Kurbelt die Produktion von aufhellenden Botenstoffen an, wie Dopamin und Endorphin.
-bewusst Humor einbinden.
Du musst jetzt keine Höchstleistung zeigen, sondern dir für bewusste Selbstfürsorge Zeit nehmen.
Am letzten Tag, kurz bevor alles wieder von vorne losgeht, geschieht das Unausweichliche.
Ein leises Aufatmen. Die Blutung kündigt sich an. Der Kreis schließt sich. Man denkt sich nur:
„Ach so… DAS war’s wieder!“
Deine weiblichen Zyklusvorteile als Strategie
Wenn du dein Muster kennst, kannst du es nutzen.
-Anspruchsvolle Meetings in die energiegeladene Phase legen
-Intensive Workouts rund um Eisprung planen
-In sensibleren Tagen bewusst Tempo rausnehmen
-Und: Sprich darüber.
Wenn mehr Menschen verstehen, wie der weibliche Zyklus funktioniert, wird es normal Bedürfnisse anzupassen, ob im Job, im Sport, im Alltag.
Immerhin betrifft er rund die Hälfte der Bevölkerung.
Dein Zyklus ist kein Hindernis. Er ist ein Rhythmus.
Und wenn du ihn kennst, wird er zu deiner Superkraft.
Hier einige Hilfsmittel, wenn Deine Mini-Apokalypse wieder am Anmarsch ist:
1. Wärme
-Wärmflasche, Heizkissen oder Körnerkissen: Wunderwaffen.
Sie entspannen die Gebärmutter und lösen Krämpfe und allein das Gefühl, Wärme am Bauch zu spüren, hat schon etwas Tröstendes.
-Warme Bäder oder Duschen: Auch top. Besonders, wenn du ätherische Öle wie Lavendel, Rosmarin oder Ingwer magst.
(Wärme verbessert die Durchblutung → weniger Schmerzsignale → bessere Laune.)
2. Ernährung
-Magnesium & Eisen & Zink & B-Vitamine: Dein Körper verliert wichtige Nährstoffe. Kein Wunder, dass du dich wie ein ausgeleerter Akku fühlst.
-Nüsse, Haferflocken, dunkle Schokolade (ja, du darfst sie offiziell „medizinisch“ essen).
-Obst und Gemüse jeglicher Art.
-Kohlenhydrate: Vollkorn, Hafer, Linsen, sie halten den Blutzucker stabil, und das stabilisiert die Stimmung.
-Vermeide Koffein & zu viel Zucker: Kurzfristig Push, langfristig Crash. Wenn’s gar nicht ohne Kaffee geht, trink viel Wasser dazu.
3. Schmerz & PMS-Management
-Ibuprofen oder Naproxen: frühzeitig, nicht erst, wenn du schon am Boden liegst.
-Mönchspfeffer & Vitamin B6: Unterstützen den Hormonhaushalt, hilft manchen bei PMS-Stimmungsschwankungen.
-CBD oder Magnesiumöl: Sanftere Alternativen, die entspannend wirken können
(aber lieber vorher mit Ärztin/Arzt abklären).
4. Bewegung
(auch wenn du keine Lust hast) Klingt fies, aber leichte Bewegung hilft wirklich!
-Yoga, Spaziergänge, sanftes Dehnen.
Das lockert Muskulatur, kurbelt Endorphine an und senkt Stresshormone.
-Besonders hilfreich: Kindhaltung, Kobra und Katze-Kuh im Yoga, massieren den Bauch sanft von innen.
5. Schlaf, Ruhe & Rückzug
-Dein Körper arbeitet auf Hochtouren. Gib ihm die Chance, sich auszuruhen.
-Wenn möglich: einen Tag langsamer machen, Termine verschieben, bewusst nichts leisten „müssen“.
(Nicht faul - biologisch sinnvoll!)
-Powernaps sind erlaubt. Wärmflasche + Kuscheldecke = Therapie.
6. Mentale Strategien
-Erinnere dich: Das ist hormonell.
Wenn du plötzlich heulst, weil dein Kaffeeautomat zu langsam ist, das ist keine Charakterfrage.
-Eine App oder ein Kalender kann helfen, Muster zu erkennen. So weißt du, wann der emotionale Sturm kommt und kannst dich besser vorbereiten.
-Ablenkung: Humor, Lieblingsserie, Tagebuch, Musik oder Basteln, etwas, das dein Gehirn auf etwas anderes lenkt.
7. Selbstfürsorge Deluxe
-Zieh dich schön an, auch wenn du nur auf dem Sofa bleibst.
-Mach dir Tee, zünde eine Kerze an, lies etwas.
-Gute-Nacht-Spa Ritual einführen
-Und: Rede darüber! Freundinnen, Partner, Kolleginnen, du wirst überrascht sein, wie viele das Gleiche erleben.
Es gibt Momente, da hilft kein Tee, keine Wärmflasche und kein Netflix.
Wenn die Schmerzen oder Stimmungsschwankungen so stark sind, dass sie das Leben stark einschränken, dann ist das kein Luxusproblem.
Dann gehört das ärztlich abgeklärt.
Man darf Hilfe holen. Und man ist nicht schwach, weil man’s braucht.
Mein Körper spricht mit mir, manchmal laut, manchmal in Schmerzsprache, manchmal einfach mit Heißhunger auf Nutella. Und wenn ich gut zu ihm bin, ist er auch gnädiger mit mir.
Wenn’s wieder losgeht, ob mit Wärmflasche, Magnesium, Selbstironie oder einer Tafel Schokolade als emotionalem Stützpfeiler, denk folgendermaßen: „Na schön, Runde 124. Komm her, du hormonelles Biest ich bin bereit!“
Wir alle sind kleine Heldinnen,
die einmal im Monat gegen uns selbst kämpfen müssen. Aber in diesem Moment fühle ich auch ein bisschen stolz. Weil ich es wieder geschafft habe, diesen hormonellen Achterbahnritt zu überleben. Weil ich trotz allem noch lachen kann, auch über mich selbst.
Und weil ich weiß: Ich bin nicht allein mit diesem monatlichen Drama.
Ich hoffe, dir mit diesem Beitrag geholfen zu haben und freue mich über Deine Erfahrung, wie du mit deinem monatlichen Blutrünstigen Biest zurechtkommst.
In diesem Sinne…
Mit herzlich vorzüglichen Mini-Apokalypsen-Grüßen,




❤️🫶👌