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Wellnesswochenende in Franzensbad. Heilquellen und Massagen im historischen Kurort.

  • Autorenbild: Nancy
    Nancy
  • 13. Dez. 2025
  • 7 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 1 Tag


Franzensbad

Hochverehrte Weiber-Leserschaft,


meine Freundin und ich waren mal wieder dringend reif für eine Auszeit, aber so richtig. Seelisch einfach nur durch, körperlich erschöpft und nervlich nah am Rande des Gipfels vom Mount Everest. Der Alltag hat uns voll im Griff.


Job, Familie und Verpflichtungen einfach mal sein zu lassen, scheint auf dem ersten Gedanken unmöglich zu sein. Doch der Wunsch nach Entschleunigung war größer als unsere Sorgen. Ebenso sah unser Kontostand eher nach Rindsbouillon mit Blick auf den Hinterhof aus als nach Luxusurlaub, also durchforsteten wir das Internet nach Wellness-Angeboten zum Schnäppchenpreis.  Nach gefühlt 548 Angeboten stießen wir auf...


Folgendes Angebot:

Zwei Übernachtungen mit täglicher HP, zwei Anwendungen nach Wahl, inkl. Zugang zur finnischen Sauna mit Schwimmbereich + freier Eintritt zu einem Live-Musik-Abend.


Aber Hallo? Natürlich haben wir ohne zu zögern direkt gebucht und anschließend mit einem dicken Grinsen im Face auf unseren genialen Fund angestoßen -Plopp-Sekt-zisch-gluck-gluck-.



Unser Wellnesswochenende in Franzensbad



Tag 1

Selbstbewusstsein tanken


Als der Tag der Anreise endlich anrückte, war die Vorfreude ins Unermessliche gestiegen. Pure Aufregung, wie frisch geschlüpfte Schmetterlinge, die aus ihrem Kokon rausdurften. Die Männer wurden instruiert, Kinder verteilt und To-do-Listen gedanklich für 3 Tage verpulvert.


Und so begann unser entspannter Kurzurlaub, mit viel Lachen und dem befreienden Gefühl verantwortungslos abzischen zu dürfen.



Andere tanken Sprit, wir tanken Selbstbewusstsein. Nach ca. einer Stunde Fahrt legten wir auf dem Rastplatz in Hof einen stilvollen Zwischenstopp ein.

Hier gab es Kaffee, Klamotten und noch mehr Klamotten.

Am Ende hatten wir für die Männer jeweils eine Boxershorts mit Weihnachtsmann bedruckt und für uns einen flauschigen Schlafoverall mit Einhörnern in den Tüten. Somit waren wir jetzt zumindest schon mal Pyjama-Ready.


Mit frischem Selbstbewusstsein und Kaffee in den Händen machten wir uns wieder ans Steuer und fuhren gemütlich bei plötzlich eintretendem Schneefall (herrlich!) Richtung Franzensbad.


In Franzensbad angekommen


Wir waren verzaubert als wir in Franzensbad einfuhren. Die Stadt erschien wie in einem Märchenbuch, pastellfarbene Fassaden, elegante Kolonnaden, gepflegte Parkanlagen. Wie in eine andere Epoche gereist. Ein nostalgisches Juwel aus dem 19. Jahrhundert.


Das Hotel

Rezeption im Hotel

Im Hotel angekommen, wurden wir sehr freundlich empfangen. Ein netter schon in die Jahre gekommener Portier geleitete uns durch eine gefühlt endlose Labyrinth-Anlage zum Zimmer.



treppe im hotel

Mehrere Treppen, einige mit Treppenlift, zwei Aufzüge und zahllose verwinkelte Gänge mit Aufschriften an den Türen wie ,,Behandlungsraum 102,, oder ,,Krankenschwester,, ließen uns schmunzeln und man fühlte sich tatsächlich etwas in die Zeit zurück versetzt.


Die Böden waren mit roten Teppichen ausgelegt und Wände prunkvoll verziert. Man könnte sagen hier fühlt man sich wie eine adelige Dame aus dem 19. Jahrhundert auf Privatstation eingebettet.


Das Zimmer


Unser Zimmer mit Balkon und Blick über Franzensbad war genau das was wir uns erhofft haben. Die Einrichtung war nostalgisch, gemütlich und sauber. Nachdem wir erst mal unser Zimmer genauer unter die Lupe genommen haben, befreiten wir die Sektflasche aus dem Koffer und füllten die Gläser. Mit einem lauten ,,Prost auf uns!,, begannen wir unsere Mini-Auszeit…


Die kleine Oase


Keine Zeit verlieren war nun unsere Devise… Also hüllten wir uns in die (selbst mitgebrachten) Bademäntel, schlüpften in die Schlappen und machten uns auf den Weg zum Wellnessbereich. Der sehr nette Portier war leider nun nicht mehr an Ort und Stelle, wodurch wir den Weg alleine finden mussten. Aber für uns natürlich kein Problem…Oder? Mit dem 1.oder 2. Fahrstuhl hoch oder runter? Nach links oder rechts? Hm wie war das…

Nun ja, nachdem wir uns mehrmals verlaufen hatten und erst mal einige Orientierungspunkte einprägen mussten um zurück zu finden 😊 erreichten wir tatsächlich die Rezeption und bogen ab zum Saunabereich.

Die finnische Sauna war klein, aber fein.

Mit Platz für ca. 9 schwitzende Seelen, genau richtig. Das Schwimmbecken reichte aus um zu zweit nebenher zu schwimmen, zwar nicht olympiatauglich aber immerhin tief genug. So verbrachten wir unseren ersten Tag bis zum Abendessen in aller Ruhe in der kleinen Saunaoase.


An der Rezeption bekamen wir kostenfrei Saunatücher und Schlappen. Für einen kleinen Aufpreis hätte man sich einen Bademantel leihen können, aber wir kamen ja vorbereitet. 



Essen und neue Bekanntschaften


Abends ging es zum Buffet. Neben dem klassischen Salatbuffet, kalten Platten und Suppe gab es eine Karte mit drei verschiedenen warmen Gerichten, auf der man eines auswählen konnte. Das Essen war ganz ok… Macht satt, aber das Now-How fehlte leider. Das Dessert dagegen war top, besonders der Pudding, den wir sofort ,,Wellness-Crème de la Hotel,, tauften.


Mit vollgeschlagenem Bauch und heiteren Vibes suchten wir unser Zimmer wieder auf…

Die Treppenlifts genauer unter die Lupe genommen und auf Funktionalität geprüft, sogleich bestanden. Ein bisschen Verstecken gespielt, viel gelacht, gesungen und siehe da, im Zimmer angekommen. Jetzt erst mal eine kurze Pause….


Nachdem wir uns etwas ausgeruht und unseren Familien Bericht erstattet haben, bereiteten wir uns auf den Lobby-Besuch vor.



Lobby im Hotel

Kaum in die Lobby eingetreten, fühlten wir uns wohl. Wie fast überall in der Hotelanlage, ist auch hier ein Teppich ausgelegt und die Sitzgelegenheiten mit gestreiften Bezügen angepasst, die Bar aus Holz gibt dem Raum extra Charme und wirkt hochwertig.

Kaum saßen wir auf den Sesseln, sprachen uns schon 2 Frauen in unserem Alter an… Einige Wortwechsel später, wurde aus dem Duo ein Quartett und wie man sich vorstellen kann, hatten wir vier auszeitreifen Frauen einiges auszutauschen und nachzuholen. Somit endete unser erster Tag in bester Stimmung.



Tag 2

Massagen und Frühstück


Buffet Obst

Nach unserem glamourösen Saunaeinstieg waren wir am nächsten Morgen für das bereit, worauf wir uns heimlich am meisten freuten, die Wellness-Anwendungen.

Zwei Anwendungen nach Wahl klang für uns wie ein Spa-Jackpot.

Die Auswahl mussten wir Wochen vorher per E-Mail mit dem Wellnessbereich abklären und hatten uns für eine Aroma-Öl Massage und eine klassische Teilmassage entschieden. Die Termine hierfür wurden uns am Tag der Anreise mitgeteilt. Wir hatten Glück und konnten erst mal in Ruhe unser Frühstücksbuffet genießen, welches gut bestückt war und uns zufrieden gestellt hatte. Auch unser Morgenritual, der Kaffee/Cappuccino wurde genossen.


So kann der Tag beginnen.


Mit vollgeschlagenem Bauch gingen wir zum Behandlungsraum und ließen uns die erste Massage verpassen. Während ich mich in einem Zustand der völligen Entspannung massieren ließ war der Duft von Lavendel in der Luft und rieselnde klassische Musik in den Ohren ein Gefühl von, ,,mit den Engeln auf Wolken des Lavendels zu schweben,, einfach nur herrlich.

Nach einer Stunde Ruhe wurde die nächste Massage angepeilt und auch diese war ähnlich, nur ohne Duftaroma. Die Masseurin hatte einen angenehmen Griff und hat ihre Kompetenz eindeutig bewiesen.


Zeit für Erkundungen


Nachdem wir leicht verknittert und gut duftend den Saunabereich nochmal besucht hatten, entschieden wir uns für einen kleinen Shoppingausflug. Also machten wir uns bereit: Duschen, Umziehen, Schminken und ab geht’s…

Nicht weit vom Hotel entfernt war eine Busstation, ca. 5 Minuten Fußweg. Wir erkundeten uns vorher an der Rezeption und fuhren mit dem Bus in die etwa 8 km entfernte Stadt Eger. Dort angekommen, stiegen wir vor einem Shoppingcenter mit Fitschimarkt aus.

Hier fingen unsere Augen an zu leuchten und so begaben wir uns ins Paradies der Schnäppchenjägerinnen.

Die Auswahl war hier wirklich gigantisch und mit einem kleinen Snack zwischendurch hätte der Tag fast kein Ende gefunden.

Man kennt das ja, einmal im Shoppingrausch, kommt man kaum noch raus, außer die Kreditkarte fängt an zu mucken.

Wie der Zufall so will, trafen wir hier wieder die 2 Frauen aus unserem Hotel, somit war das Quartett wieder vereint.


Tanzen bis in den Morgen


Zurück am Hotel angekommen, wurde nochmal eine Saunasession eingelegt, anschließend Abendbuffet und dann ab ins Zentrum.

Als erstes besuchten wir das Vinarna Royal, gegenüber vom Hotel. Ein älterer Herr im Glitzerhemd und seiner Karaoke-Software performte seine 80er Jahre Hits als gäbe es keinen Morgen, es war grandios. Lange hielt es uns nicht auf den Stühlen. Nach 2 Gläsern Aperol Spritz und einem Caipi stürmten wir die Tanzfläche. Wir tanzten als würden wir drei Jahrzehnte unterdrückte Energie freilassen. Nach einiger Zeit Festivalfeeling, ging´s weiter ins Gruzie, eine Countrybar, mit modernem DJ und bunt gemischtem Publikum. Die Atmosphäre war atemberaubend berauschend. Wir tanzten bis tief in die Nacht. Der Heimweg? Holprig, schräg aber mega lustig....



Tag 3

Abschied mit etwas Demut


Unsere letzten Stunden im Franzensbad-Resort standen an und wir wollten jede Sekunde auskosten, bevor uns der Alltag zurück in die Spülmaschinenrealität zerrt.

Nach einem letzten ausgiebigen Frühstück packten wir unsere Sachen, wobei ,,packen,, übertrieben ist. Wir stopften, rollten und quetschten.

Alle Souvenirs und Spa-Shop-Rausch-Kleidung, die wir am Tag zuvor kauften mussten auch einen Platz im Koffer finden.

Beim Check-out verabschiedeten wir uns bei allen Beteiligten, welche uns das Wochenende versüßt hatten, mit leichtem Bedauern. 

Tolles Personal, freundlich, hilfsbereit (auch bei allen dummen Fragen) und witzig zugleich.



Die Heimfahrt mit köstlichen Zwischenstopp


Bevor wir Richtung Heimat fuhren, liefen wir noch durch das schöne Zentrum in Franzensbad, es war überall Schnee gelegen und machte dadurch den Park und die Umgebung noch glitzernder und schöner. An einigen Heilquellen probiert ( denk an einen Plastikbecher ) und die Wirkung wirken lassen. Es ist wirklich eine wunderschöne Stadt, die es definitiv lohnt zu erkunden.

Die Heimfahrt verlief ruhig, hörten 80er-Musik im Auto und schwelgten in Erinnerungen. Schnell noch vollgetankt, bei den Preisen lohnt es sich.


Das beste Restaurant ever ever ever....

Kurz vor der deutschen Grenze hielten wir noch an einem Restaurant an, Restaurace Na Patê. Ich sag euch Leute, sowas habe ich in meinem Leben noch nieee gegessen, boar jeder Bissen war ein Gaumenschmaus mit Gänsehautfeeling, DIESE ENTE! DIE SOßE!. Das war einmalig und perfekt als Abschluss. Dieses Restaurant ist der Wahnsinn… Würde am liebsten täglich hier essen gehen.


Raus aus Tschechien, rein ins Heim

Kaum zuhause angekommen, wurden wir von der lieben Realität begrüßt, inklusive ,, Mamaaaa ,, knutsch hier, Drücker da (I Love it)  und der Mann…. ,, Der Geschirrspüler blinkt komisch,, und ,, was gibt es eigentlich zum Abendessen?,,

Aber meine Freundin und ich schauten uns nur an, grinsten und wussten:

Im Herzen waren wir noch immer im Bademantel mit einem Glas Sekt in der Hand und dem Duft von Erholung in der Nase.


Nächstes Jahr wieder. Ganz sicher. Vielleicht mit einer Polonaise durch den Spa-Bereich.



Mit herzlich vorzüglichen Savoy Glitzer Grüßen,

meine unterschrift, nancy

Hier eine Zusammenfassung für Dein perfektes Wochenende in Franzensbad:


Packliste für ein gelungenes Wellnesswochenende:


Wochenendplan für Franzensbad:


Sehenswürdigkeiten & Highlights:


Kultur & Geschichte

  • Stadt Cheb (Eger) ca. 8 km

-Historisches Stadtzentrum mit gut erhaltener Altstadt

-Egerer Burg mit romanischer Doppelkapelle

-Stöckl (Špalíček): Ensemble kleiner Fachwerkhäuser am Marktplatz

-Museum von Cheb: Heimatkundliches Museum mit Exponaten zur Region


Kloster Tepl (Teplá) ca. 35 km

-Prächtige Prämonstratenser-Abtei aus dem 12. Jahrhundert

-Historische Klosterbibliothek mit über 100.000 Bänden

-Ruhige Klosteranlage in schöner Natur


Marienbad (Mariánské Lázně) ca. 30 km

-Eindrucksvolle Kurstadt mit prachtvoller Kolonnade

-Singende Fontäne mit Musik- und Lichtshows

-Spazierwege durch Parks und zu Aussichtspunkten


Natur & Landschaft

-Soos-Naturreservat ca. 6 km nordöstlich

-Einzigartiges Moor- und Sumpfgebiet mit „Mini-Vulkanen“ (Mofetten)

-Naturpfad über Holzstege mit Informationstafeln

-Kleine naturkundliche Ausstellung im Besucherzentrum


Komorní Hůrka (Kammerbühl) ca. 2 km

-Einer der jüngsten erloschenen Vulkane Mitteleuropas

-Geologisches Schutzgebiet mit Lehrpfad

-Goethe erforschte diesen Ort (er war oft in Franzensbad)


Waldpark Amerika, direkt bei Franzensbad

-Freizeit- und Erholungsgebiet mit See, Bootsverleih und kleinem Tierpark

-Gut erreichbar zu Fuß oder mit dem Rad


Burgen & Schlösser

Burg Seeberg (Hrad Seeberg), ca. 6 km

-Mittelalterliche Burg mit Ausstellungen zur Regionalgeschichte

-Malerische Lage, schöner Innenhof

-Ideal für Familien


Schloss Kynžvart (Königswart), ca. 35 km

-Ehemaliger Sitz des österreichischen Kanzlers Metternich

-Museum mit Originalmöbeln, Münzsammlung, Kuriositätenkabinett

-Englischer Schlosspark


Sonstige Tipps

-Goethe-Pfad: Thematischer Spazierweg auf Goethes Spuren durch Franzensbad und Umgebung

-Falkenstein (D): Kleiner Grenzort mit Burgruine und Aussicht (ca. 20 km)

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