Weihnachten im Wandel der Zeit, vom Ursprung bis zur Gegenwart
- Nancy

- 11. Dez. 2025
- 5 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 12. Jan.

Ein kleiner Reminder an die Vergangenheit
Hochverehrte Weiber-Leserschaft,
drehen wir doch mal kurz die Zeit mehr als 2000 Jahre zurück, wieso Weihnachten heute Weihnachten ist?

Vor langer, langer Zeit, als es weder Smartphones noch Internet und schon gar keine kitschig blinkenden Plastik-Figuren gab, machten sich eine junge hochschwangere Frau namens Maria und ihr Partner Josef auf den Weg nach Bethlehem. Tagelang wanderten sie, begleitet von ihrem treuen Esel, um an einer Volkszählung teilzunehmen.
Es war Hochsaison, jede Herberge war überfüllt und jedes Bett vergeben. Maria und Josef suchten unermüdlich weiter und bekamen schließlich einen einfachen Stall zur Verfügung gestellt.
Der Duft von Stroh lag in der Luft und über ihnen spannte sich ein klarer Nachthimmel.
In dieser Nacht gebar Maria einen kleinen jungen namens Jesus, Gottes Sohn. Engel erschienen rings umher und verkündeten die fröhliche Botschaft. Über dem Stall strahlte ein Stern, so hell, als wolle er alle Lichter von Las Vegas in den Schatten stellen.
Dieser außergewöhnliche Glanz führte die drei Weisen aus dem Morgenland, Casper, Melchior und Balthasar, ebenso wie Hirten und viele weitere Menschen zum Stall. Alle brachten Geschenke mit, Gold, Weihrauch, Myrrhe und vieles mehr. Jene erzählten von einem unglaublichen Wunder, das sie hierher geführt hatte…
So entstand das, was wir heute Weihnachten nennen, geboren mit einem Wunderkind, einem Stall, Engeln und einem leuchtenden Stern.
Heute, mehr als 2000 Jahre später, sieht die Welt natürlich ganz anders aus.
Die drei Tage vom 24.12-26.12 sind zu einer ganz besonderen Zeit geworden.
Denn wo kommt eine Familie sich schon so nah wie an Weihnachten?
Viele Bräuche und Traditionen sind im Laufe der Jahrhunderte entstanden.
Wie diese früher einmal aussahen und wo einige unserer heutigen Weihnachtsgewohnheiten eigentlich ihren Ursprung haben, habe ich dir hier zusammengestellt:
Der Weihnachtsbaum

Anfangs schmückten Menschen im Winter immergrüne Pflanzen, weil sie Symbol für Überleben, Lebenskraft und Hoffnung waren. Im Mittelalter dann wurden kleine Tannen mit Äpfeln und Oblaten geschmückt.
Im 16. Jahrhundert hängte Martin Luther angeblich als Erster Kerzen an den Baum, um den „Himmel voller Sterne“ nachzuahmen.
Heute sieht man den Weihnachtsbaum kaum noch vor lauter Lichterketten und Lametta. Dennoch, der Duft der Natur und die gemeinsame Zeit des Schmückens ist wunderschön und auch etwas chaotisch, aber wunderschön chaotisch.
Der Adventskranz

Der Adventskranz wurde im 19.Jahrhundert von Johann Hinrich Wichern erfunden, einem Pastor, der den Kindern das Warten auf Weihnachten mit 23 Kerzen erleichtern wollte. Ein großes Wagenrad wurde für 4 weiße Kerzen (für die Sonntage) und 19 rote (für die Wochentage) genutzt.
Heute hat sich der Adventskranz zu einer Tradition mit nur noch 4 Kerzen entwickelt, für jeden Adventssonntag eine Kerze.
Der Adventskalender

Der Adventskalender entstand später, als ebenfalls die Wartezeit auf Weihnachten erleichtern werden sollte. Die 23 Kerzen oder Kreidestriche an der Wand welche die Kinder nach und nach wegwischen durften war sicher der Beginn. Ein Buchhändler aus dem 20. Jahrhundert, namens Gerhard Lang erfand jedoch den ,,modernen,, Adventskalender mit 24 Miniaturbildern. Und heute? Schokolade, Spielzeug und auch Luxusartikel sind längst zum Standard geworden. Dennoch, die Vorfreude ist jedes Jahr auf´s Neue eine spannende Angelegenheit.
Der Nikolaus/Weihnachtsmann
Der Nikolaus stammt von einem Bischof aus Myra (heutige Türkei), der für seine Nächstenliebe bekannt war. Der 6.Dezember gilt als der Todestag des heiligen Nikolaus. Zum Andenken an seine guten Taten wird dieser Tag als Ursprung des Feiertags gesehen.

Es gibt viele legendäre Geschichten über unseren heiligen Nikolaus…
Eine davon, kurz und knapp:
Ein armer Mann, welcher drei Töchter wegen Geldnot zur Prostitution schicken wollte.
Als der Nikolaus von ihrem Unglück hörte, schlich er sich eines Nachts heimlich an ihr Haus heran und warf Gold durchs Fenster. In ihren Schuhen und Socken glitzerte plötzlich echtes Gold! So rettete der gute Nikolaus die Mädchen vor großem Unheil und nebenbei sorgt die Schuhüberraschung zum Feste heute bei.
Mit den Jahrhunderten wuchs der Brauch des Schenkens und so entwickelte sich dann auch der Weihnachtsmann, aus einer Mischung: dem heiligen Nikolaus, die drei heiligen Könige, niederländischer „Sinterklaas“, englischer „Father Christmas“ und später einer rotgekleideten Werbefigur des 20. Jahrhunderts, die sein Bild weltweit prägte.
Beide Figuren stehen für Großzügigkeit, Fürsorge und Freude, die in der Weihnachtszeit besonders gepflegt werden.
Das Weihnachtsgebäck

Schon vor dem Christentum wurde zur Wintersonnenwende gebacken.
Man stellte Gebäck aus Honig, Nüssen und Gewürzen her, um die dunkle Jahreszeit zu “versüßen” und böse Geister fernzuhalten.
Mit dem Christentum wurden diese Bräuche in die Adventszeit übernommen. Weihnachten war früher ein hohes Fest mit langer Fastenzeit davor.
Während dieser Zeit durfte oft nicht geschlachtet werden, deshalb entstanden süße Backwaren, die ohne frische Zutaten auskamen. Ab dem Mittelalter kamen teure Gewürze wie Zimt, Nelken, Kardamom und Muskat nach Europa. Weil sie wertvoll waren, nutzte man sie nur für besondere Anlässe, vor allem Weihnachten. Daraus entwickelten sich Lebkuchen, Spekulatius und andere Gewürzplätzchen. Im 19. Jahrhundert wurde Weihnachten immer stärker zum Familienfest. Damit kam auch das gemeinsame Plätzchenbacken als gemütliches, familiäres Ritual hinzu, so wie wir es heute kennen.
Außer, dass wir die Butter wohl kaum noch selber herstellen und das Rühren der Maschine überlassen, haben sich die Supermärkte auch sehr verändert. Die Marketingstrategien sind weit voraus. Regale verwandeln sich in Schokoladenlandschaften, Lebkuchen werden großflächig und strategisch platziert und das alles schon im September, während draußen die Sonne alles noch zum Schmelzen bringt. Verrückt, oder?
Und Ende November? Lassen abertausende Lichterketten die Erde erstrahlen und überall hetzen die Leute von A nach B um alle Vorbereitungen pünktlich zu schaffen.
Die Post wird vermutlich von Rentieren unterstützt, zumindest würde das einiges erklären.
Und dann…Endlich,
Heiligabend

Die Familie versammelt sich. Opas Rote Nase verrät, dass er wieder einmal den Glühwein vorab probiert hat. Der Weihnachtsbaum steht stolz beschmückt in der Stube (Wohnzimmer) und verliert bereits die Hälfte der Nadeln, weil es so warm ist.
Die Geschenke

Papa bekommt Socken, weil Tradition, Mama die Duftkerze, weil last minute Einkauf und die Kinder Spielzeug, das mehr Batterien braucht als man im ganzen Haus benötigt.
Und die beste Freundin oder der/die Partner/in?
Vielleicht ein Win-win Geschenk? Ein Wellnessgutschein eignet sich hervorragend, nur so als kleiner Tipp ;-).
Trotz der Vorweihnachtlichen Hektik, dem ganzen Geschenkestress, der Überzuckerung durch Plätzchen und dem Glühwein-Durstgefühl gibt es jedes Jahr diesen einen Moment, in dem alle kurz innehalten, wie der Ursprung es vorgesehen hat:
Zusammenzukommen, Wärme zu teilen, ein Stückchen Wunder ins Dunkle zu bringen, lachen, freuen und einfach füreinander da zu sein, bewusst und ohne Ablenkung.
Wenn man genau hinschaut, sieht man heute noch einen Stern am Himmel, der heller leuchtet als die anderen.
Weihnachten ist heute ein Mix aus verschiedenen Bräuchen, kulturellen Einflüssen, religiöse Geschichten, wundervollen Handwerk und ein bisschen Marketing.
Dass wir Weihnachten feiern wie wir es feiern, ist das Ergebnis von Jahrhunderten voller Erfindungsfreude, Anpassung und menschlichem Bedürfnis nach Licht, Wärme und Gemeinschaft.
In dem Sinne…Stress dich nicht so und eine Frohe Weihnacht...
Mit herzlich vorzüglichen Glühwein-Prost Grüßen,




Kommentare